Herzinsuffizienz

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Patient mit Herzschwäche
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Behandlunsgmöglichkeiten

Herzinsuffizienz

Bei einer Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, kann das Herz nicht mehr seine ursprüngliche Leistung erbringen. Dadurch wird der Körper mit weniger sauerstoffreichem Blut versorgt als notwendig. Der Sauerstoffmangel führt zu einem Verlust an Energie und Kraft. Atemnot, Husten und Müdigkeit sind typische Folgen. Allerdings ist ein „schwaches Herz“ keineswegs eine normale Alterserscheinung. Eine frühe und konsequente Behandlung ist daher wichtig, um ernste Folgen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.


Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?

Zuerst gilt es, sofern möglich, die auslösende Grundkrankheit zu behandeln sowie bestehende Risikofaktoren zu minieren. Bestimmte Medikamente können das Herz entlasten und den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Manche Menschen profitieren wiederum von einem Herzschrittmacher oder herzchirurgischen Eingriffen, die die Belastbarkeit des Patienten erhöhen. Eine akute Herzschwäche ist aber immer ein medizinischer Notfall, der sofort – in der Regel in einer Klinik – behandelt werden muss.


Therapie der Grundkrankheiten

  • Bei Bluthochdruck können Medikamente helfen. Im Allgemeinen ist eine gesunde Lebensweise nicht nur bei Menschen mit Herzschwäche empfehlenswert.
  • Risiken für die koronare Herzkrankheit sollten reduziert werden (Rauchen, Blutfettwerte, Diabetes mellitus, Übergewicht).
  • Eine „biventrikuläre Stimulationstherapie“ oder „Resynchronisationstherapie“ (CRT) wird eingesetzt, wenn die linke Herzkammer aufgrund einer Vergrößerung nicht mehr schlägt. Unter örtlicher Betäubung wird in diesem Fall ein Schrittmachersystem eingesetzt, damit das Herz wieder effektiver arbeiten kann. In bestimmten Fällen kommt ein spezieller Herzschrittmacher, ein sogenannter implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) zum Einsatz, der lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen stoppen kann. Er kann auch bei der Resychronisationstherapie verwendet werden.

Therapie von Begleiterkrankungen

Patienten mit einer Herzinsuffizienz leiden häufig auch an Begleiterkrankungen, die mit dem Alter zunehmen. Es werden mehrere Fälle unterschieden:

  • Begleiterkrankungen, wie Bluthochdruck oder koronare Herzkrankheit können eine direkte Ursache der Herzschwäche sein.
  • Krankheiten wie Blutarmut (Anämie), Nierenschwäche, Depression oder Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) stehen mit Herzinsuffizienz in Verbindung und wirken krankheitsfördernd.
  • Gelenkerkrankungen oder Augenkrankheiten treten unabhängig von Herzinsuffizienz auf.

Bei der Behandlung der Herzinsuffizienz wird heute ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der die Begleiterkrankungen berücksichtigt. Bereits eine leichte Blutarmut kann einen ungünstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben. Gleiches gilt für eine Nierenschwäche, eine Depression oder eine Schlafapnoe. Deshalb ist es wichtig, dass nicht nur die Herzschwäche, sondern der ganzheitliche Patient mit all seinen Bedürfnissen gesehen und behandelt wird. Bei der medikamentösen Behandlung von Begleiterkrankungen sind außerdem mögliche Wechselwirkungen zu beachten. So eignen sich beispielsweise bestimmte Schmerzmittel oder manche Medikamente gegen Depressionen weniger gut bei einer Herzschwäche. Patienten sollten die Einnahme von Arzneimitteln deshalb immer mit Ihrem Arzt absprechen. Auch die Apotheke kann bei Fragen zu Wechsel- oder Nebenwirkungen von Medikamenten beraten.


So beugen Sie Herzinsuffizienz vor

Als Betroffener sollten Sie folgende Tipps zu einer „herzgesunden Lebensweise“ berücksichtigen:

  • Rauchen Sie nicht (mehr) und verzichten Sie auf Alkohol.
  • Essen Sie ausgewogen und ballaststoffreich (Vollkornprodukte). Ideal ist die „mediterrane Kost“ mit viel Gemüse und Obst, regelmäßig Fisch und Meeresfrüchten, gesunden Ölen (beispielsweise Oliven- oder Rapsöl) und wenig tierischen Fetten
  • Bewegen Sie sich regelmäßig
  • Reduzieren Sie Übergewicht, allerdings nicht mit strengen und schnellen Diäten, sondern mit der richtigen Ernährung und dem individuell angepassten Maß an Bewegung. Wenn dies nicht ausreicht oder wenn Sie stark übergewichtig sind, wenden Sie sich an Ihren Arzt und / oder eine qualifizierte Ernährungsberatung.
  • Lernen Sie mit Stress umzugehen oder ihn zu vermeiden. Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Yoga können Ihnen dabei helfen.
  • Gehen Sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Arzt. Lassen Sie eventuelle Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder einen erhöhten Cholesterinspiegel ärztlich behandeln. Nehmen Sie außerdem Ihre Medikamente regelmäßig und wie vom Arzt verordnet ein.
  • Wenn Sie an Herzschwäche leiden: Wiegen Sie sich täglich und dokumentieren Sie das Körpergewicht. Wenn Sie eine rasche Gewichtszunahme bemerken, könnten Wassereinlagerungen die Ursache sein – ein mögliches Zeichen, dass sich die Herzschwäche verschlimmert. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt. Möglicherweise empfiehlt er Ihnen auch eine bestimmte tägliche maximale Trinkmenge, die Sie nicht überschreiten sollten. Essen Sie eher salzarm. Achten Sie auch auf verstecktes Salz: Es findet sich zum Beispiel reichlich in Schinken, Kassler, Tomatenketchup oder Salzheringen, aber auch in zahlreichen Fertigprodukten.