Koronare Herzkrankheit

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Coronary Artery Disease (CAD)
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Herzerkrankungen

Was ist eine koronare Herzkrankheit?

Die koronare Herzkrankheit (KHK) wird auch als ischämische Herzkrankheit bezeichnet und ist die Ursache für weltweit etwa ein Drittel aller Todesfälle bei Menschen über 35 Jahren.1 Die KHK entsteht durch Atherosklerose, eine Verengung der Blutgefäße. In einigen Fällen kann die koronare Herzkrankheit die Versorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut vollständig unterbrechen und so einen Herzinfarkt verursachen.


Was verursacht eine KHK?

Die KHK ist eine Verengung (eine sogenannte Stenose) der Arterien im Herzen. Koronararterien sind Blutgefäße, die eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung des Herzens spielen, indem sie Sauerstoff zum Herzmuskel transportieren. Die Arterien sind normalerweise innen glatt, können aber durch eine Ansammlung von Fett- oder Kalkablagerungen, sogenannten Plaques, an der Arterienwand verengt oder verschlossen werden. Wenn sich mehr Plaques bilden, verengen sich Ihre Arterien und versteifen sich durch einen Prozess, der als Arteriosklerose (eine Art Verhärtung der Arterien) bezeichnet wird.
Wenn diese Verhärtung eintritt, kann die Durchblutung reduziert werden, und Ihr Herz wird möglicherweise nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt.
Der Mangel an Durchblutung kann zu Schmerzen in der Brust (Angina pectoris) und Kurzatmigkeit (Dyspnoe) bei körperlicher Anstrengung, emotionalem Stress oder sogar im Ruhezustand führen. Wenn die Plaques weiter wachsen, können sie die Arterie vollständig verschließen, wodurch ein Teil des Herzmuskels keinen Sauerstoff mehr erhält und ein Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt genannt, verursacht wird. Oft sind Gefäße an mehreren Stellen verstopft oder verengt. Ein Myokardinfarkt wird oft durch das Einreißen einer Plaque verursacht, was bedeutet, dass ein Teil der Fettablagerung in den Blutkreislauf gelangt.
Wenn sich Fett- oder Kalziumablagerungen durch den Blutkreislauf bewegen, können sie sich in einer Arterie festsetzen und den Blutfluss blockieren. Bei einem Myokardinfarkt leiden die Patienten oft unter starken Schmerzen in der Brust und Kurzatmigkeit. Meist beginnen die Patienten zu schwitzen und haben starke Schmerzen.

 
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Was sind die Risikofaktoren für eine KHK?

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren für eine KHK. Je mehr Risikofaktoren auf Sie zutreffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich bei Ihnen eine KHK entwickelt. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Sie die meisten dieser Risikofaktoren selbst beeinflussen können.

  • Alter (über 45 Jahre bei Männern, über 55 Jahre bei Frauen)
  • Familienanamnese mit Herz- und Gefäßerkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Hoher Blutdruck
  • Hoher Gehalt an LDL-Cholesterin und Triglyceriden
  • Niedriger HDL-Cholesterinspiegel
  • Übergewicht oder Fettleibigkeit
  • Bewegungsarmer Lebensstil
  • Emotionaler Stress

Wie erkenne ich eine KHK?

Da sich die Arterien im Laufe der Jahre verengen und allmählich verhärten, kann es Jahrzehnte dauern, bis die Patienten Beschwerden verspüren. Die ersten Symptome treten meist bei Belastung des Herzens auf - zum Beispiel beim Sport. Die Symptome variieren und können auch im Ruhezustand oder im Schlaf auftreten.
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie einen Herzinfarkt haben oder unter Schmerzen in der Brust leiden, suchen Sie sofort einen Arzt auf, insbesondere bei den folgenden Symptomen:

  • Unangenehmes Gefühl, Druck oder Schmerzen in der Mitte der Brust oder ausstrahlend in einen oder beide Arme oder den Kiefer
  • Schmerzen im Nacken, Kiefer, Rachen, Bauch oder Rücken
  • Kurzatmigkeit
  • Herzrasen oder -stolpern
  • Schwindel oder Schwitzen
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schnelle Erschöpfung bei einer körperlichen Aktivität, die normalerweise nicht diese Symptome ausgelöst hat
     

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, auch wenn sie nur selten oder vorübergehend auftreten, konsultieren Sie Ihren Arzt. Männer über 45 Jahre und Frauen über 55 Jahre sollten sich regelmäßig untersuchen lassen.


Wie wird die KHK diagnostiziert?

Zur Diagnose einer KHK können verschiedene Tests durchgeführt werden. Wenn Sie Angst vor einer dieser Untersuchungen haben, bitten Sie Ihren Partner, Freund oder Verwandten, Sie zum Termin zu begleiten.

  • Elektrokardiografie (EKG): Zeichnet die elektrische Aktivität Ihres Herzens auf. Sie kann typische Anzeichen für einen Sauerstoffmangel des Herzmuskels (Myokardischämie) aufzeigen.
  • Echokardiogramm (ECHO): Verwendet Ultraschall (hochfrequente Schallwellen), um genaue Informationen über Struktur und Pumpfunktion des Herzens zu erhalten.
  • Laufbandtest: Vor, während oder nach der körperlichen Belastung wird ein EKG aufgezeichnet und der Blutdruck gemessen. Der Arzt überprüft die EKGs auf Anzeichen einer Myokardischämie.
  • Stress-Echo: Ein ECHO kann auch unter Belastung durchgeführt werden, indem die Herzfrequenz durch Bewegung oder durch bestimmte Medikamente erhöht wird. Wenn Teile des Herzmuskels beschädigt sind, ziehen sie sich weniger effektiv zusammen, was im ECHO sichtbar wird.
  • Computertomographie (CT): Eine Art Röntgenbild, mit dem die Verkalkung der Koronararterien und der Blutfluss durch sie sichtbar gemacht werden. Mit dieser Methode lassen sich Verengungen besonders gut darstellen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Nicht-invasives Verfahren, das extrem detaillierte Bilder des Herzens erzeugt, um beschädigte Bereiche (sogenannte Läsionen) in den Arterien zu erkennen.
  • Bluttests: Eine Reihe von Tests, die bei der Diagnose von Herzproblemen helfen können. Mit dem Troponintest wird beispielsweise festgestellt, ob Ihr Herzmuskel geschädigt ist.
  • Katheterisierung des Herzens (auch Koronarangiographie genannt): Ein Test, der in einem Herzkatheterlabor durchgeführt wird, in dem ein Kardiologe einen speziellen Farbstoff (Kontrastmittel) injiziert. Die Röntgenbilder des Herzens zeigen dann, wo die Herzkranzgefäße verengt sind und wie stark die Verengung ist. Dieser Test ist unerlässlich, um zu entscheiden, welche Art von Behandlung für Sie infrage kommt.
  • Intrakoronare Flussreserve (iFR): Mit einem speziellen Draht kann der Kardiologe die Schwere einer Stenose durch Messung des Blutdrucks vor und nach der Stenose beurteilen.
  • Intravaskulärer Ultraschall (IVUS): Wird im Herzkatheterlabor mit hochfrequenten Ultraschallwellen durchgeführt, um das Innere der Arterie sichtbar zu machen.
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Ein ECHO-Bild des Herzens

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Mit einer Koronarangiografie können Ärzte die Aktivität im Herzen beobachten


1 Wilson PWF and Douglas PS. Epidemiology of coronary heart disease. 2015. UpToDate- Wolters Kluwer Health.http://www.uptodate.com/contents/epidemiology-of-coronary-heart-disease