Herzinsuffizienz

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Patient mit Herzschwäche
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Herzerkrankungen

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Herzinsuffizienz, die umgangssprachlich auch Herzschwäche genannt wird.1 Bei einer Herzinsuffizienz erbringt das Herz nicht mehr seine ursprüngliche Leistung. Infolgedessen ist die Versorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut verringert. Darüber hinaus kann es zum Rückstau des Blutes in den Venen, vor allem der Lungen, der Beine oder des Bauchraumes kommen. Der Sauerstoffmangel führt zu einem Verlust an Energie und Kraft, während sich durch den Rückstau des Blutes Wasser im Gewebe sammeln kann. Die Folgen sind Kurzatmigkeit, Husten, geschwollene Beine und/oder Flüssigkeit im Bauchraum. Eine akute Herzinsuffizienz entsteht innerhalb weniger Stunden und Tage, eine chronische Herzinsuffizienz liegt bereits seit Wochen, Monaten oder Jahren vor.


Wodurch wird eine Herzinsuffizienz verursacht?

Die Ursachen einer Herzinsuffizienz können sein:

  • Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (ischämische Herzinsuffizienz): Koronare Herzkrankheit
  • Narbenbildung nach Herzinfarkt
  • Bluthochdruck
  • Vorhofflimmern
  • Herzmuskelerkrankungen und Entzündungen
  • Herzklappenfehler
  • Andere Krankheiten: zum Beispiel Diabetes mellitus, Blutarmut, Fieber, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Alkohol- oder Drogenmissbrauch

Was sind die Symptome einer Herzinsuffizienz?

Die Symptome einer Herzinsuffizienz hängen von der Art und Schwere der Erkrankung ab und können sich wie folgt darstellen:

  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit: zu Beginn meist nur bei starker körperlicher Anstrengung, später bei alltäglichen Verrichtungen und schließlich auch bei minimaler Belastung. Bei einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz fühlen sich Patienten sogar in Ruhephasen erschöpft.
  • Müdigkeit, Erschöpfungszustände
  • Angstzustände
  • Herzrhythmusstörungen
  • Ödeme (dicke, geschwollene Beine und Füße, Wasser im Bauch)
  • Gewichtszunahme (durch zusätzliche Flüssigkeitseinlagerungen im Körper)
  • Appetitlosigkeit und Völlegefühl
  • Häufiges, vor allem nächtliches Wasserlassen
  • Kurzatmigkeit, Atemnot
  • Keuchende Atmung, Husten
  • Probleme im Liegen zu atmen, Schlafen in Sitzposition

Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?

Die Behandlung soll das Herz entlasten, die Belastbarkeit des Patienten erhöhen und seine Lebensqualität verbessern. An erster Stelle müssen die Ursachen der Herzinsuffizienz beim Patienten festgestellt und behandelt werden:

  • Behandlung von Herzkreislaufkrankheiten wie beispielsweise Koronare Herzkrankheit oder Herzklappenfehler
  • Senkung eines zu hohen Blutdrucks (Hypertension)
  • Einstellen des Blutzuckerspiegels bei Diabetes mellitus
  • Ausschalten von Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen wie beispielsweise Rauchen, Stress, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht oder Bewegungsmangel

Darüber hinaus ist ein gesunder Lebensstil empfehlenswert. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und Bewegung entsprechend Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. Wiegen Sie sich täglich, dadurch können Gewichtszunahmen durch Wassereinlagerung schnell erfasst und behandelt werden.


Medikamente zur Entlastung des Herzens und zur Unterstützung des Kreislaufs

Die Herzinsuffizienz wird in der Regel mit einer Kombination verschiedener Medikamente behandelt. Abhängig von seinen Symptomen erhält der Patient eines oder mehrere der folgenden Medikamente:

  • ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorantagonisten senken den Blutdruck und haben einen Schutzeffekt für Herz und Gefäße.
  • Betablocker „beruhigen“ das Herz und schützen es so vor den negativen Wirkungen von Stress. Zusätzlich senken sie den Blutdruck.
  • Wassertreibende Medikamente (Diuretika) entlasten das Herz, indem sie Flüssigkeitsstau in den Geweben auflösen. Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge werden ausgeschwemmt und das Atmen fällt leichter. Zudem werden Schwellungen in Beinen und Knöcheln gelindert.
  • Um der Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen, sind bei einigen Patienten blutverdünnende Medikamente nötig.
  • Sogenannte inotrope Wirkstoffe steigern die Kontraktionskraft des Herzens. Die Herzmuskulatur wird gestärkt und die Pumpleistung damit erhöht.

Regelmäßige Untersuchungen gewährleisten, dass Medikamente und deren Dosierung dem Krankheitsverlauf angepasst werden.


Herzschrittmacher und ICDs zur Wiederherstellung eines synchronen Herzschlags

Bei chronischer Herzinsuffizienz kommt es häufig zu einer Vergrößerung der Herzkammer. Dadurch können die beiden Herzkammern aus dem Takt geraten und arbeiten asynchron. In diesen Fällen kommt die „Resynchronisationstherapie“ (CRT) mit einem sogenannten Dreikammer-Schrittmacher zum Einsatz. Bei einigen Patienten mit einem hohen Risiko für Kammerflattern oder Kammerflimmern wird ein spezieller implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) eingesetzt, der diese lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen unterbricht und gleichzeitig dafür sorgt, dass das Herz wieder synchron schlagen kann (Dreikammer-Defibrillator). Da sich der Gesundheitszustand von Herzinsuffizienzpatienten häufig und schnell ändert, ist eine engmaschige Betreuung sehr wichtig. Mit der implantatbasierten Fernnachsorge, dem Home Monitoring , erhält der behandelnde Arzt täglich Informationen über den Gesundheitszustand seines Patienten und kann, wenn nötig, die Therapie schnell anpassen.