2020 Patient Story Eckert Baier DE

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Porträt Eckart Baier
Eckert Baier
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Eckert Baier

„In den ersten zwei bis drei Wochen nach der OP habe ich ab und an nochmal an das Gerät gedacht. Danach habe ich fast vergessen, dass es da ist.“

Eckert Baier (70)


Wie alles anfing

„Vor etwa 15 Jahren hatte ich einen so schweren Husten, dass ich tagelang vor Schmerzen kaum schlafen konnte“, erinnert sich Eckert Baier. Er ruht sich nicht genug aus verschleppt die Erkältung. „Ich war damals selbstständig“, erklärt er. „Dadurch hatte ich viel zu tun und keine Zeit zum Arzt zu gehen. Ich dachte mir, das geht schon von alleine weg – wie wir Männer halt so sind.“ Er lacht dabei kurz auf. 

Eckert Baier ist von Beruf Koch und betreibt seit vielen Jahren ein eigenes Restaurant. Trotz seiner Erkrankung geht er weiter arbeiten, so gut es geht. Aus dem harmlosen Husten entwickelt sich eine Lungenentzündung. Als er wieder gesund ist, bemerkt er: er hat keine Ausdauer mehr. Schon bei der geringsten Belastung bleibt ihm die Luft weg und er muss pausieren. „Das kannte ich gar nicht, ich war immer fit und sportlich“, sagt er über sich. Auch beruflich schafft er nicht annähernd sein gewohntes Pensum.

 

Diagnose Herzinsuffizienz

Als sich sein Zustand über Wochen hinweg nicht bessert, sucht Eckert Baier endlich einen Arzt auf. Der Kardiologe führt eine Katheter-Untersuchung des Herzens durch und stellt fest, dass bereits ein Teil des Herzmuskelgewebes abgestorben ist – eine Folge der verschleppten Erkältung.

Der Kardiologe diagnostiziert eine Herzinsuffizienz, auch Herzmuskelschwäche genannt. Dabei nimmt die Pumpleistung des Herzens soweit ab, dass die Organe nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Dadurch fühlen sich die Betroffenen bei geringsten Anstrengungen schnell erschöpft und kaum belastbar. In Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Menschen an Herzinsuffizienz.

Sie entsteht häufig als Folge grippaler Infekte und wird im Anfangsstadium oft übersehen. So auch bei Eckert Baier. Rückblickend sagt er: „Ich kann mich nur ärgern. Ich habe immer gesund gelebt, nie geraucht oder Alkohol getrunken. Und dann das.“ Bei schweren Verläufen, wie dem von Eckert Baier, kann die Herzmuskelentzündung zusätzlich Herzrhythmusstörungen auslösen – welche wiederum das Risiko eines plötzlichen Herztodes erhöhen. Der Arzt verschreibt Tabletten, um das Herz zu stabilisieren. Außerdem Blutverdünner gegen den hohen Blutdruck, damit das Herz nicht so stark arbeiten muss. Damit lebt er rund 13 Jahre lang normal und ohne Probleme.

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Porträt Eckart Baier

Eckert Baier steht dank ICD und Home Monitoring wieder mitten im Leben

Ein implantierter Defibrillator schützt Eckert Baier vor lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen

2019 nimmt seine Leistungskraft plötzlich rapide ab. „Ich erlebte einen schweren Rückschlag“, erzählt Eckert Baier. „Es war wie damals. Ich konnte mich kaum noch bewegen, nicht mehr schwer heben und kaum noch eine Runde ums Haus laufen.“ Er geht erneut zum Arzt. Die Diagnose: die Herzinsuffizienz ist weiter vorangeschritten. Die Medikamente wirken nicht mehr so gut. Der Kardiologe stellt die Medikamente von Eckert Baier um und rät ihm zu einem implantierbaren Defibrillator, um ihn vor einem plötzlichen Herztod infolge von Kammerflimmern zu schützen.

Eckert Baier zögert nicht lange und folgt dem Rat des Arztes. Die Implantation des Gerätes findet ambulant bei örtlicher Betäubung statt. Über einen kleinen Hautschnitt wird das Streichholzschachtel-große Gerät auf der linken Brustseite oberhalb des Herzens eingesetzt und über zwei Elektrodenkabel mit dem Herzmuskel verbunden. „Zwei Stunden später konnte ich bereits nachhause gehen“, erinnert sich Eckert Baier. „Nur Autofahren sollte ich eine Woche lang nicht, alles andere ging sofort wieder.“ Den Defibrillator kann er ertasten, er sitzt oben links auf dem Brustmuskel. Ansonsten spürt er ihn meist nicht. Er sagt: „In den ersten zwei bis drei Wochen nach der OP habe ich ab und an nochmal an das Gerät gedacht. Danach habe ich fast vergessen, dass es da ist.“

 

Glücklich und gelassen dank telemedizinischer Betreuung

Heute ist Eckert Baier sehr zufrieden. Der Defi überwacht sein Herz mit einer telemedizinischen Funktion. „Mein Arzt hat mir ein handyähnliches Gerät nachhause mitgegeben.“ Das Gerät ist mit dem Defi verbunden und übermittelt alle Herzdaten einmal pro Tag automatisch und ohne Zutun des Patienten an den Kardiologen. Im Falle von Herzrhythmusstörungen oder einer Schockabgabe des Gerätes wird der Arzt per E-Mail automatisch informiert. Einen solchen Fall erlebt Eckert Baier im Oktober. Sein Arzt ruft ihn an, weil sein Defi ein anhaltendes Vorhofflimmern erkannt hatte, das sich nur mithilfe einer Kardioversion in der Klinik beenden lässt. „Ich bin wirklich froh über die telemedizinische Betreuung, sagt er heute. „Gerade, wenn die Wege zum Arzt – wie hier bei uns auf dem Land – etwas weiter sind, kann die Telemedizin viel Sicherheit und Ruhe vermitteln.“
 

Dieser Beitrag erschien erstmals auf der Webseite des BVMed.


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